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Mit einem regelmäßig, in kurzen Abständen tagenden Krisenstab, einem umfangreichen Maßnahmenpaket, mit strengen Verhaltensmaßregeln für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten und Reiseverboten in Risikogebiete ist es GROB bisher gelungen, die Firma konsequent vor dem Coronavirus zu schützen.

Bereits am 24. Januar, vier Wochen nach Bekanntwerden der Coronavirus-Epidemie 2019/2020 in China und eine Woche bevor die WHO erstmals eine „internationale Notlage“ ausgerufen hatte, wurde bei GROB ein Krisenstab eingerichtet und gleichzeitig alle deutschen Mitarbeiter, die sich noch in China befanden, sukzessive nach Deutschland zurückgeholt. Zum vorsorglichen Schutz der Belegschaft in Mindelheim vor einer möglichen Infektion, wurden die Rückkehrer für vierzehn Tage freigestellt und erschienen nicht am Arbeitsplatz. Ab diesem Zeitpunkt wurden auch alle Mitarbeiter in Mindelheim per Aushang und Intranet nicht nur laufend über das Virus informiert, sondern auch über erste Verhaltensmaßnahmen, wie sie sich persönlich schützen können, in Kenntnis gesetzt.

 

Corona erzwingt außerordentliche Maßnahmen in Mindelheim

 

Nachdem sich dann die Corona-Problematik in den ersten Februarwochen auch in Deutschland, wie in anderen europäischen Nachbarländern, sehr dynamisch weiter entwickelte, wurde der Fokus des GROB-Krisenmanagements mehr und mehr auf das Stammwerk in Mindelheim gerichtet. Für alle Mitarbeiter wurde ein Fragebogen ausgearbeitet, mit dem sie in Eigenverantwortung prüfen konnten, ob sie möglichweise zu einer Corona-Risikogruppe gehören und wie sie in einem solchen Fall vorgehen sollten. Die Führungskräfte bekamen vom GROB-Werksarzt Dr. Peter Pawlitzki ein Flowchart als Entscheidungshilfe, was zu tun ist, sollte ein Mitarbeiter Krankheitssymptome zeigen.

 

Auch für Kunden, Lieferanten und Besucher wurden klare Verhaltensregeln in Form eines Selbstprüfungsbogens definiert, wenn sie das Werk in Mindelheim besuchen wollen. Ein Fragebogen, den sie ausfüllen und unterschreiben müssen. Geschäftsreisen werden bei GROB nur noch dann unternommen, wenn sie unbedingt notwendig sind – aber nicht in Risikogebiete. „Wir unternehmen alles erdenklich Mögliche“, so German Wankmiller, Vorsitzender der Geschäftsführung, „um die Ansteckungsgefahr einzudämmen und die Firma sauber zu halten. Maßnahmen, die übrigens auch notwendig sind, wenn man professionell mit der Automobilindustrie zusammenarbeiten will.“ „Unser Ziel war von Anfang an“, ergänzt Aufsichtsratsvorsitzender Christian Grob, „von außen so wenig wie möglich ins Werk zu lassen, mit der Folge, dass wir auch unsere Hausmesse im März absagen mussten.“

 

So wurden in einer Schnellaktion alle Mitarbeiter, die über die Faschingszeit im Urlaub waren angeschrieben, dass sie bei Erkältung oder Fieber zu Hause bleiben sollen, bis abgeklärt ist, was mit ihnen los ist. Darüber hinaus wird derzeit geprüft, inwieweit es möglich ist, Mitarbeiter mit einem Desktop-Rechner von zu Hause aus arbeiten zu lassen, falls sie vom Gesundheitsamt nach Hause geschickt werden sollten. 

 

Corona mit wirtschaftlichen Auswirkungen

 

All diese Maßnahmen und erzwungenen Entwicklungen werden natürlich auch Auswirkungen auf das Erreichen der geplanten GROB-Unternehmensziele haben, deren Ausmaß naturgemäß derzeit noch nicht absehbar ist. „Auch da versuchen wir gegenzusteuern“, erklärt German Wankmiller die Vorgehensweise. „In China läuft seit zwei Monaten praktisch nichts mehr und so engagieren wir uns noch stärker in alternativen Märkten, wie in Nord- und Südamerika, aber auch in Europa, um die Probleme in China überbrücken zu können.“ Glücklicherweise besteht für die GROB-Gruppe fast keine Abhängigkeit von chinesischen Zulieferern, die dann bei Lieferschwierigkeiten im schlimmsten Fall zu Produktionsstillständen in den weltweiten GROB-Werken führen könnten.

 

GROB-Pandemieplanung seit etwa zehn Jahren

 

Bereits im Jahr 2009/2010 gab es eine Pandemie H1N1, besser bekannt als die Schweinegrippe, die in den USA ihren Ursprung und weltweit über 18.000 Tote zur Folge hatte. Vor diesem Hintergrund hat man sich bei GROB schon vor zehn Jahren mit dem Thema „Pandemie“ auseinandergesetzt und einen internen Pandemieplan erstellt. Aufgrund dieser Planung gab es jetzt gute Anhaltspunkte für die Zusammensetzung des Krisenstabes, Arbeitsinhalte, eventuelle Maßnahmen (Home-Office, Video-Konferenzen, Besucherregelung etc.) oder die Definition von Schlüsselfunktionen im Unternehmen etc. Auf Anregen von Werksarzt Dr. Peter Pawlitzki wurden nach der Schweinegrippe entsprechende finanzielle Mittel von der Geschäftsführung bereitgestellt. „Wir haben damals in nicht unerheblichen Umfang Schutzmasken, Handschuhe, Einweganzüge, Desinfektionsmittel und Stirn-Thermometer beschaffen können und eingelagert“, erklärt Dr. Pawlitzki. „Und auf diese Materialien konnten wir jetzt zum Teil wieder zurückgreifen.“